Technologien
Bild: Keba
13.03.2026

Forschungsprojekt stärkt Mensch Roboter Interaktion

Die Intralogistik steht vor einem Wandel: Steigende Variantenvielfalt, Fachkräftemangel und höhere Sicherheitsanforderungen rücken die Mensch-Roboter-Interaktion in den Fokus. Intuitive, sichere und flexible Interaktionskonzepte entscheiden darüber, wie effizient mobile Roboter im gemeinsamen Arbeitsraum eingesetzt werden können.

In modernen Logistik- und Produktionsumgebungen wird die Zusammenarbeit zwischen Mensch und mobilem Roboter zu einem zentralen Erfolgsfaktor. Klassische Automatisierung stößt dort an Grenzen, wo Prozesse dynamisch sind und menschliche Entscheidungen erforderlich bleiben. Gefragt sind Assistenzsysteme, die sich situativ an den Menschen anpassen – nicht umgekehrt.

Genau hier setzt das europäische Forschungsprojekt AI‑Prism (AI Powered human‑centred Robot Interactions for Smart Manufacturing) an. Ziel ist es, eine natürliche, sichere und barrierefreie Interaktion zwischen Mensch und Roboter zu ermöglichen – insbesondere in dynamischen Produktions- und Logistikumgebungen. Keba ist als Technologiepartner aktiv an der Entwicklung beteiligt.

Alexander Lepschi, Business Innovation, Keba Group: „ AI-Prism ist für KEBA ein wichtiger Innovationsbaustein. Durch die Projektteilnahme können wir Forschung, industrielle Praxis und Kundenanforderungen frühzeitig zusammenführen und neue Ansätze der Mensch-Roboter-Interaktion gezielt weiterentwickeln.“


Intuitive Interaktion statt komplexer Programmierung

Im Zentrum von AI‑Prism steht der Mensch. Mobile Roboter sollen künftig ohne klassische Programmierung bedient werden und auf Sprache, Gesten und Bewegungen reagieren. Damit wird die Zusammenarbeit intuitiv und effizient – ein entscheidender Schritt, um Roboter auch in der Intralogistik flächendeckend nutzbar zu machen.

Untersucht und kombiniert werden unter anderem folgende Interaktionsformen:

  • Sprachsteuerung zur Auslösung von Navigations‑ oder Transportaufgaben
  • Gestenerkennung, bei der Hand‑ und Armbewegungen als Steuerimpulse dienen
  • Follow‑Me‑Modus, bei dem der Roboter Personen selbstständig folgt
  • Assistenzfunktionen zur Unterstützung bei körperlich belastenden oder repetitiven Tätigkeiten

Diese Funktionen bilden die Basis für eine kooperative Mensch‑Roboter‑Interaktion, in der beide Seiten voneinander lernen und sich ergänzen.


Industrielle Umsetzung

Die bei AI‑Prism entwickelten Interaktions‑ und Navigationskonzepte werden bei Keba mit klarem Fokus auf industrielle Verwertbarkeit umgesetzt. Zentrale Rolle spielt dabei die Automatisierungsplattform Kemro X.

Kemro X fungiert als intelligente Steuer‑ und Orchestrierungsplattform, auf der die Technologiepakete für KI, Bildverarbeitung und Sensorik zusammengeführt werden. Sie ermöglicht eine Echtzeit‑Kommunikation zwischen Mensch und Roboter sowie den stabilen Betrieb komplexer Gesamtsysteme in offenen Systemarchitekturen.

Erste Demonstratoren zeigen bereits, wie mobile Roboter menschliche Bewegungen erkennen, Sprache interpretieren und situationsabhängig reagieren – eine Schlüsselkompetenz für flexible und sichere Intralogistikprozesse.


Relevanz für die Intralogistik von morgen

In der Intralogistik entwickeln sich mobile Roboter zunehmend zu aktiven Partnern des Menschen. Sie übernehmen Transport‑ und Unterstützungsaufgaben, reagieren flexibel auf Anweisungen und passen sich dem Arbeitstempo an.

Andreas Reingruber, Section Manager Intralogistics, Keba Industrial Automation: „Auch in Zukunft bleibt der Mensch die entscheidende Instanz. Automatisierung übernimmt repetitive Aufgaben, während Mitarbeitende steuern, überwachen und optimieren. Entscheidend ist dabei eine intuitive Mensch-Roboter-Interaktion: Roboter müssen sich dem Menschen anpassen – nicht umgekehrt. Genau darin liegt der Schlüssel für flexible, sichere und wirtschaftliche Logistiklösungen“.

Die Erkenntnisse aus AI‑Prism fließen systematisch in bestehende Lösungen des Unternehmens sowie in neue Produktentwicklungen ein. Automatisierung verändert damit nicht die Bedeutung des Menschen, sondern seine Rolle: hin zu mehr Steuerung, Analyse und Kooperation – und zu höherer Effizienz, Ergonomie und Wettbewerbsfähigkeit in der Intralogistik.

(Quelle: Keba)

Schlagworte

AnalyseAssistenzsystemeAutomationAutomatisierungEntwicklungIntralogistikKILogistikLogistikumgebungenMobile RoboterNavigationProduktionProduktionsumgebungenSensorSteuerungTransportUnternehmen

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