Technologien
Martin Daller – Geschäftsführer der imrox GmbH - Bild: imrox
30.01.2026

Kliniklogistik setzt 2026 verstärkt auf Robotik

Die imrox GmbH, führender Systemintegrator für Robotik-Lösungen im Gesundheitsbereich, prognostiziert die Entwicklungen für das kommende Jahr im Bereich der Logistik in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen. Der Fachkräftemangel in Kliniken und Pflegeeinrichtungen nimmt immer mehr zu. Während Patientenzahlen steigen und Behandlungsfälle komplexer werden, fehlen in vielen Häusern Mitarbeitende für Transport, Service und Infrastruktur. Aus Projekten, verschiedensten Messe- und Kongress-Beteiligungen und nicht zuletzt dem Austausch mit Entscheiderinnen und Entscheidern leitet das Unternehmen vier zentrale Trends für das Jahr 2026 ab.


Trend 1: Wenig automatisierte Klinik-Umgebungen eignen sich überraschend gut für Logistik-Robotik

Lange galt die Annahme, dass vor allem neue Klinikbauten mit hochgradig vernetzter Infrastruktur für Robotik geeignet sind. Die Praxis zeigt etwas anderes, denn gerade Bestandsgebäude mit wenig vorhandener Automatisierung bieten oft einen idealen Einstieg, da Prozesse flexibler angepasst werden können. Moderne autonome mobile Roboter meistern die Navigation in komplexer Architektur mit verwinkelten Fluren und heterogenen Aufzugssystemen problemlos und machen so Bestandsbauten autonom logistikfähig.

Ein früher Einstieg verschafft Kliniken einen Vorsprung im Umgang mit Überlastung, Kostendruck und Ineffizienzen. Wer 2026 erste autonome Flotten etabliert, kann Prozesse standardisieren, Kennzahlen aufbauen und Erfahrungswissen im eigenen Haus entwickeln, statt später unter Zeitdruck nachrüsten zu müssen.


Trend 2: Chirurgische Robotik wird Breitenstandard und zieht Infrastruktur nach

In immer mehr OP-Sälen gehören robotische Assistenzsysteme zur täglichen Routine. Ihr Potenzial bleibt jedoch begrenzt, wenn Material, Instrumente, Medikamente vor allem Patienten nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Verdichtete OP-Programme erhöhen den Druck auf einen Nachschub Just-in-Time und auf sterile, rückverfolgbare Lieferketten im Haus, da sich sonst Verspätungen und Leerlaufzeiten summieren und wirtschaftliche Risiken für die hoch ausgelasteten OP-Bereiche entstehen. Stimmen aus verschiedenen renommierten Kliniken zeigen, dass aktuell bis zu 70 Prozent der OP-Termine verspätet beginnen, da logistische Verzögerungen vorliegen. Der Einsatz von Autonomen Mobilen Robotern (AMR) in den relevanten Prozessen kann dieses Problem erheblich verringern und sichert die Wirtschaftlichkeit moderner OP-Zentren.

2026 rückt deshalb die enge Verzahnung von OP-Planung, Sterilgutlogistik, Apothekenversorgung, Patienten- und Bettenmanagement in den Fokus. Autonome Transportroboter können exakt getaktete Routen übernehmen und helfen so, Startverzögerungen, unnötige Wege und Ad-hoc-Transporte zu reduzieren.


Trend 3: Einstieg über Reinigungs- und Desinfektionsroboter

Für viele Einrichtungen ist der erste Berührungspunkt mit Robotik nicht die komplexe Materiallogistik, sondern die Reinigung und Desinfektion. Reinigungs- und Desinfektionsroboter lassen sich in der Regel mit geringerem IT- und Baubedarf integrieren, erzielen jedoch sehr schnell sichtbare Effekte in Hygiene und Flächenverfügbarkeit und liefern transparente Nachweise über gereinigte und desinfizierte Bereiche. Das sorgt für hohe Akzeptanz und einen klaren Beleg für den geschäftlichen Nutzen (Proof-of-Value) bei Hygieneteams, Pflege und Klinikleitung.

Gleichzeitig lernen Häuser mit diesen Flotten die grundlegenden Routinen im Robotik-Betrieb kennen, von der Batterieladung und Routenplanung über Priorisierung bis zu Reaktionszeiten bei Störungen und Service-Level-Agreements (SLAs). Dieses Wissen lässt sich später direkt auf Logistik Roboter übertragen und senkt die Hürde für weitergehende Automatisierungsschritte.


Trend 4: Skalierung über RaaS-Modelle

Damit Robotik nicht in Pilotprojekten stecken bleibt, werden flexible Betriebs- und Finanzierungsmodelle wichtiger. Robotic-as-a-Service (RaaS) wird 2026 zu einem zentralen Hebel für die Skalierung, da Kliniken statt hoher Anfangsinvestitionen Robotik-Services mit planbaren monatlichen Kosten beziehen können. Kurze Laufzeiten für Testbetriebe ermöglichen es, konkrete Use-Cases im klinischen Alltag zu erproben und anschließend entlang definierter Ziele kontrolliert zu skalieren oder anzupassen.

Service, Software-Upgrades und Sicherheitsupdates werden vertraglich fixiert, was das Betriebsrisiko senkt und interne IT Ressourcen entlastet. Gleichzeitig können internationale Technologiekompetenz und lokale Implementierungserfahrung gebündelt werden, um Transport, Probenlogistik, Wäsche, Mahlzeiten oder Apothekenversorgung modular in ein skalierbares Gesamtkonzept einzubinden.


Ausblick 2026: Von Einzelprojekten zur strategischen Robotik-Roadmap

Martin Daller, Geschäftsführer der imrox GmbH: „Der demografische Wandel zwingt Gesundheits-Einrichtungen dazu, ihre Logistik und Infrastruktur neu zu denken und das Personal konsequent von pflegefremden Tätigkeiten zu befreien. 2026 wird das Jahr, in dem Robotik in vielen Häusern von der Einzelinitiative zur strategischen Roadmap wird. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Technik bereit ist und sich auch in älteren Gebäuden sofort rentiert. Wer jetzt mutig startet, schafft Entlastung für die Mitarbeitenden, verbessert die Versorgung der Patientinnen und Patienten und stärkt gleichzeitig die wirtschaftliche Basis seines Hauses.“

(Quelle: imrox)

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