Award
Siegerjubel bei der Award Night - © IFOY AWARD
07.07.2025

IFOY AWARD 2025: Acht Unternehmen ausgezeichnet

Die Sieger des IFOY AWARD 2025 stehen fest. Im Rahmen der Award Night im Phoenix des Lumières in Dortmund nahmen Vertreter der Unternehmen EP Equipment, Exotec, Geekplus, Interroll, Jungheinrich, PLANCISE und STILL die internationale Intralogistikauszeichnung von den Laudatoren entgegen. Der IFOY Start-up of the Year Award ging an Filics.

Der International Intralogistics and Forklift Truck of the Year (IFOY) AWARD gehört zu den größten Technologiewettbewerben in der Intralogistik weltweit. 49 Produkte standen auf der Bewerberliste, 15 Unternehmen mit 21 Produkten und Lösungen schafften es ins Finale – nur knapp hinter dem Allzeithoch im Jahr 2023. „Das Finalistenfeld zeigt, wie viel Innovationskraft in der Intralogistik steckt. In den Juryentscheidungen spiegelt sich mehr denn je wider, dass volatile Märkte, steigender Kostendruck und ungelöster Fachkräftemangel weniger nach Detailverbesserungen, sondern nach praxisgerechten und wirtschaftlichen Lösungen verlangen. Autonomisierung ist Trend, aber Einfachdenken führt zur Innovation“, sagte Anita Würmser, Geschäftsführende Vorsitzende der IFOY Jury in Dortmund.

In einer starken Konkurrenz schaffte es ein leistungsstarker, aber dennoch simpler Elektro-Palettenhubwagen an die Spitze, der durch seine Einfachheit der Bedienung bei gleichzeitig hoher Leistung im automatischen Betrieb überzeugt. Warehouse Truck of the Year ist der X Mover EXP15 von EP Equipment. Die Jury sieht im EXP15 ein Musterbeispiel für gelungene Simplifizierung in der Automatisierung innerbetrieblicher Transporte. Der manuell und autonom nutzbare Palettenhubwagen besticht durch robuste Bauweise, intuitive Bedienung und die „Record and Run“-Funktion, mit der Fahrwege ohne Programmierkenntnisse oder Schulung eingelernt werden können. In Kombination mit seinem herausragenden Preis-Leistungs-Verhältnis senkt das Gerät des chinesischen Herstellers die Einstiegshürden in die Teilautomatisierung deutlich – eine attraktive Option für Neu- und Ersatzanschaffungen sowie für den Einstieg in automatisierte Transportaufgaben.

In der Kategorie Robot Warehouse System geht der IFOY AWARD 2025 an Exotec für das Next Generation Skypod System. Die innovative Robotergeneration aus Frankreich überzeugt mit flacherer Bauweise, mehr Dynamik sowie extrem hoher Dichte. Der Roboter integriert als einzige Systemkomponente die wichtigsten Funktionen in einem kompakten All-in-One-System ohne komplexe Subsysteme wie etwa Förder- oder Sortiersysteme. Besonders beeindruckend ist die flexible Sequenzierung während des Transports und die Raumnutzung auch unterhalb der Regale. Die modulare Architektur, das durchdachte Routing und der geschlossene Prozess kombinieren innovative Technik mit praktischem Nutzen und machen das einfach skalierbare System nach dem Urteil der Jury zu einer zukunftsfähigen Lösung für unterschiedlichste Branchen – mit hoher Anpassungsfähigkeit und deutlich reduziertem Investitionsrisiko in unsicheren Zeiten.

In der Königsklasse Integrated Customer Solution holt sich in einem denkbar engen Finish Geekplus aus China mit der Automatisierung des neuen Dr. Max Lagers in Telgate bei Bergamo den Sieg. Entscheidend war für die Jury das Gesamtpaket aus Kundennutzen, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit bei minimalem Personaleinsatz. In Phase eins implementierte Geekplus Europe auf 1.300 Quadratmetern eine Lösung für 11.000 Produkte im E-Commerce und Apothekengeschäft. Zum Einsatz kommen 22 RoboShuttles für doppeltiefe Einlagerung – bis zu fünfmal effizienter in der Flächennutzung – sowie 50 P40-Roboter für schnellen Behältertransport. Pick-to-Light-Arbeitsplätze ermöglichen ergonomisches, fehlerfreies Kommissionieren mit über 200 Behältern pro Stunde und Station. Die Jury war besonders vom clever platzierten Förderband oberhalb der Fahrfläche beeindruckt – eine platzsparende Lösung, die die Produktivität verdoppelt hat. Ein Musterbeispiel zukunftsfähiger Lagerautomatisierung im Pharmabereich, so das Urteil der Jury.

Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen in der Kategorie Special of the Year gewinnt Interroll aus der Schweiz mit MCP PLAY (Modular Conveyor Platform). Die Steuerungslösung für ihre modulare Behälter- und Kartonfördertechnik-Plattform ermöglicht die einfache und schnelle Realisierung von Anlagen für Packstücke bis 50 Kilogramm und sorgt für bis zu 30 Prozent Energieeinsparung. Besonders E-Commerce-Händler und 3PL-Dienstleister profitieren von bis zu 100 Prozent höheren Durchsätzen. Die Jury spricht von einem Paradigmenwechsel in der Fördertechnik. MCP PLAY erlaubt eine präzise Packstücklokalisierung, frei skalierbare Zonengrößen und das nahtlose Zusammenführen mehrerer Linien. Innovativ sind die Funktionen „Adjust to Gap“ für reduzierte Abstände zwischen Packstücken sowie „Flowing Merge“ für das kontinuierliche Zusammenführen ohne Stopp. Dank offener Schnittstelle kommt das System ohne SPS-Steuerung aus und senkt die IT-Komplexität erheblich.

Counter Balanced Truck of the Year wird der EFG 425 von Jungheinrich. Der leistungsstarke 3,5-Tonnen E-Stapler des Hamburger Herstellers für schwere Arbeitseinsätze im In- und Outdoorbereich überzeugte im IFOY Test mit kraftvollem Zwei-Motoren-Antrieb, hoher Umschlagsleistung von bis zu 389 Paletten pro Schicht und einer außergewöhnlich guten Rundumsicht dank Glasdach und schlankem Hubgerüst. Die Jury lobte besonders die Kombination aus robuster Bauweise, verbesserter Temperaturstabilität im Anbaugerätebetrieb und der ergonomischen Fahrerkabine. Der EFG 425 ist mit seinen beeindruckenden Fahr- und Hubgeschwindigkeiten eine schlagkräftige Antwort auf den wachsenden Bedarf an emissionsfreien Staplern mit Verbrenner-Performance, urteilt die Jury. Er setze neue Standards bei Performance, Sicherheit und Fahrkomfort.

Intralogistics Software of the Year ist Workforce Management for Logistics von PLANCISE aus Österreich. Das speziell für größere Logistikzentren mit mehr als 100 Mitarbeitenden entwickelte SaaS-Tool digitalisiert die bislang meist manuell gesteuerte Personaleinsatzplanung und passt sie an schwankende Volumina und saisonale Anforderungen an – eine Schlüsselkompetenz in Zeiten des Fachkräftemangels. Durch eine dynamische Kapazitäts- und Tagesplanung in Echtzeit erkennt die Cloud-Software Unter- oder Überbesetzungen und schlägt auf Basis von Durchsatzprognosen, Qualifikationen und aktueller Auslastung gezielte Personalverschiebungen vor. Die Jury würdigt insbesondere die innovative Umsetzung, die nicht nur Effizienzpotenziale hebt, sondern auch eine bislang vernachlässigte Lücke in der Intralogistik schließt.

Mit dem FM-X iGo gewinnt STILL den IFOY AWARD 2025 in der Kategorie Mobile Robot of the Year. Der erste seriengefertigte automatisierte Li-Ion-Schubmaststapler des Hamburger Herstellers ist ein Türöffner für die Integration autonomer Technologie in bestehende Lagerumgebungen. Besonders überzeugte die Jury die integrierte Sicherheitstechnik nach ISO 3691-4, seine geringe Arbeitsgangbreite, das digitale Servicekonzept, basierend auf einem digitalen Zwilling für jedes Fahrzeug sowie die intuitive Inbetriebnahme per iGo easy Software. In einem Markt, der zunehmend unter Fachkräftemangel und hohem Effizienzdruck steht, trifft der FM-X iGo den Nerv der Zeit, urteilt die Jury. Er adressiere explizit auch kleine und mittlere Betriebe, die bisher vor den Herausforderungen komplexer Automatisierungsprojekte zurückschreckten.

Vier junge Unternehmen mit disruptivem Potenzial kämpften beim IFOY Start-up of the Year Award um den Sieg. Durchsetzen konnte sich das Münchner Start-up Filics mit der Filics Unit – einem weltweit einzigartigen, CE-zertifizierten Doppelkufensystem aus zwei autonom fahrenden Robotern, die synchron unter Europaletten oder Euro-Gitterboxen ein- und durchfahren können. Die Kufen bieten eine Nutzlast von bis zu einer Tonne und ermöglichen die Automatisierung bislang nicht wirtschaftlich automatisierbarer Handhubwagenprozesse in Block- und Linienlagern oder in beengten Produktions- und Logistikumgebungen. Die Jury hob vor allem die qualitativ hochwertigen Eigenentwicklungen bei Hub- und Fahrmodulen, die flexible Einsetzbarkeit im Brownfield sowie das Potenzial für die automatisierte Lkw-Be- und Entladung hervor. Besonders überzeugten zudem die Flächeneinsparungen von bis zu 66 Prozent.

(Quelle: www.ifoy.org/)

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